ERKLÄRSTÜCK
Warum Wärmemenge und Stromverbrauch auseinanderliegen
Die Jahresarbeitszahl ordnet ein, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Jahresmittel je eingesetzter Stromeinheit abgibt. Sie nutzt zusätzlich Umweltwärme, weshalb Stromverbrauch und Wärmeabgabe unterschiedliche Energieformen und Beträge haben. Wärmemengenzähler und Stromverbrauch desselben Zeitraums ermöglichen die Berechnung. Der COP beruht dagegen auf einer Messung unter definierten Testbedingungen. Die JAZ zeigt keinen solaren Deckungsanteil des Betriebsstroms an.
Solarbefund · KI-gestützte Redaktion · Aktualisiert
Wärme aus Strom und Umwelt
Eine Wärmepumpe gibt mehr Wärme ab, als sie als Strom aufnimmt, weil sie zusätzlich Umweltwärme aus Umgebungsluft, Erdreich oder Grundwasser nutzt. In der Energiebilanz stehen daher zwei Energiemengen: elektrische Energie für den Betrieb und Wärme, die ans Haus abgegeben wird. Beide lassen sich beispielsweise in Kilowattstunden ausdrücken. Sie haben dieselbe Einheit, aber unterschiedliche Energieformen und Beträge. Die Umweltwärme erklärt, warum abgegebene Wärmemenge und Stromverbrauch auseinanderliegen. Daraus lässt sich noch nicht erkennen, ob der Betriebsstrom aus dem Netz oder von einer Photovoltaikanlage stammt.
Was die Jahresarbeitszahl ausdrückt
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) setzt die im Jahresmittel abgegebene Wärme zum eingesetzten Strom ins Verhältnis. Sie ordnet damit die Effizienz des Betriebs über ein Jahr ein: Wie viel Wärme wird je Stromeinheit bereitgestellt? Wärmeabgabe und Stromverbrauch bleiben Energiemengen; ihre Einheiten können sich im Verhältnis kürzen. Die JAZ ist also eine Kennzahl, keine zusätzliche Wärme- oder Strommenge. Für die Solarstromfrage ist die Grenze entscheidend: Die JAZ betrachtet den Stromeinsatz, unterscheidet in ihrer Aussage aber nicht, ob dieser aus einer Photovoltaikanlage oder einer anderen Versorgung stammt. Deshalb lässt sich aus ihr allein kein solarer Deckungsanteil ableiten.
Jahresmessung und Testwert unterscheiden
Für die Berechnung im Betrieb werden Messwerte desselben Zeitraums verglichen: Der Wärmemengenzähler erfasst die ans Haus abgegebene Wärme in Kilowattstunden; geteilt durch den Stromverbrauch der Wärmepumpe über genau diesen Zeitraum ergibt sich die JAZ. Der Zeitraum muss zusammenpassen, damit Zählerwert und Verbrauch die Grundlage derselben Jahresbilanz bilden. Der COP, die Leistungszahl, entsteht dagegen unter definierten Bedingungen am Teststand. Er ist eine Momentaufnahme, während die JAZ wechselnde Bedingungen im Jahresverlauf berücksichtigt. Damit beantworten beide Kennzahlen verschiedene Fragen: Der COP beschreibt ein Testergebnis, die JAZ das Verhältnis von Wärmeabgabe und Stromverbrauch im tatsächlichen Jahresbetrieb. Keine der beiden Kennzahlen weist die Herkunft des Betriebsstroms aus.
Quellen
Verbraucherzentrale ↗ · abgerufen 2026-10-03
Verbraucherzentrale ↗ · abgerufen 2026-10-03
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