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Differenztemperaturregelung bei Solarthermie: Ein- und Ausschaltschwellen verstehen

09.10.2026

Ein Solarregler startet die Solarpumpe nicht allein nach einer hohen Kollektortemperatur. Entscheidend ist meist der Temperaturabstand zum Speicher. Zwei getrennte Schaltschwellen bestimmen, wann Wärmeübertragung freigegeben und wann sie beendet wird. Der Beitrag erklärt die Logik anhand eines Zahlenbeispiels und zeigt, warum Einstellwerte vom konkreten Regler und der Anlage abhängen.

Was der Solarregler vergleicht

Bei einer üblichen Solaranlage zirkuliert eine Pumpe den Wärmeträger vom Kollektor zum Speicher. Ein Solarregler beurteilt dafür nicht nur, ob der Kollektor warm ist, sondern vergleicht zwei Messwerte: die Kollektortemperatur und die Temperatur am Speicher. Die Differenz zwischen beiden ist die Größe, auf die sich die Differenztemperaturregelung bezieht. Technische Alternative führt die ESR32 als Differenzregelung und nennt dazu Kollektor- und Boilersensor. Das beschreibt die Regelidee, nicht ein einheitliches Bedienmenü für alle Geräte. In der Praxis bedeutet das: Ein warmer Kollektor allein ist kein ausreichender Grund zum Pumpenstart. Wenn der Speicher ähnlich warm oder wärmer ist, fehlt der erforderliche Temperaturvorsprung. Der Regler wartet, bis die festgelegte Einschaltdifferenz erreicht ist.

Zwei Schwellen statt eines einzigen Schaltpunkts

Die Einschaltschwelle (oft als DT ein, ΔT ein oder „diff ein“ bezeichnet) ist der Mindestabstand, ab dem der Regler die Pumpe freigibt. Die Ausschaltschwelle liegt niedriger. Sobald die Pumpe läuft, darf die Differenz also wieder etwas absinken, bevor sie abgeschaltet wird. Dieser Abstand bildet die Schalthysterese: Er verhindert, dass kleine Messwertschwankungen um einen einzigen Grenzwert die Pumpe fortwährend ein- und ausschalten. Die ESR32-Anleitung macht diesen Unterschied ausdrücklich über getrennte Ein- und Ausschaltschwellen. Das ist ein hilfreiches Denkmodell, auch wenn die Bezeichnungen, Menüs und verfügbaren Sonderfunktionen bei einem anderen Solarregler abweichen können. Werte sollten deshalb nicht ungeprüft von einem Gerät auf das nächste übertragen werden.

Ein Zahlenbeispiel zum Nachvollziehen

Angenommen, der Speicherfühler zeigt 30 °C und als Einschaltdifferenz sind 8 K gewählt. Rechnerisch erreicht der Kollektor die Startbedingung, sobald er 38 °C misst: 38 minus 30 ergibt 8 K. Fällt der Abstand später beispielsweise auf 4 K, kann eine auf 4 K gesetzte Ausschaltdifferenz das Ende der Pumpenfreigabe auslösen. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Empfehlung für jede Anlage. Die Kelvin-Angabe bezeichnet hier eine Temperaturdifferenz; bei Differenzen ist ein Abstand von 8 K zahlenmäßig gleich groß wie 8 °C. Wichtig ist, dass die beiden Grenzwerte nicht verwechselt werden: Der höhere Wert gilt für den Start, der niedrigere für das Ende des laufenden Ladevorgangs. Für die Rechnung ist ein Speicher mit einem einzelnen Temperaturbezug angenommen.

Welche Einstellwerte sind ein sinnvoller Ausgangspunkt?

Für den ESR32 nennt Technische Alternative im Solarbereich ungefähr 7 bis 10 K als Einschaltdifferenz und 3 bis 5 K als Ausschaltdifferenz. Zugleich hält die Anleitung unter Berücksichtigung von Sensor- und Messtoleranzen keinen Abstand unter 2 K für empfehlenswert. Das sind ausdrücklich gerätebezogene Herstellerhinweise und keine allgemeingültige Norm. Ein Solarregler kann andere Voreinstellungen, Einstellgrenzen oder Zusatzbedingungen haben. Auch die tatsächliche Einbausituation, die Sensorposition und die hydraulische Anlage spielen eine Rolle. RESOL weist bei der BS-Serie etwa weitere Funktionen wie Speichermaximalbegrenzung und Kollektorminimalbegrenzung aus. Eine Schaltschwelle ist daher immer im Zusammenhang mit der vollständigen Reglerkonfiguration zu lesen.

Wenn die Anlage häufig taktet oder kaum startet

Wer häufiges Ein- und Ausschalten beobachtet, sollte zunächst die angezeigten Temperaturen und die eingestellte Differenz prüfen, statt sofort Grenzwerte zu verändern. Sitzt ein Sensor nicht an der vom Regler vorgesehenen Stelle oder stimmen Messwerte nicht plausibel, kann die Regelung eine falsche Temperaturdifferenz berechnen. Ein zu enger Abstand zwischen Ein- und Ausschaltschwelle lässt außerdem wenig Spielraum gegenüber Messschwankungen. Startet die Pumpe trotz großer Sonneneinstrahlung spät oder bleibt aus, kommen je nach Modell weitere Bedingungen in Frage. Beim ESR32 führt der Hersteller Solarstart und Frostschutz als zusätzliche Funktionen auf; andere Anlagen haben eigene Begrenzungen oder Schutzlogiken. Erst die Betriebsanleitung des konkreten Reglers und die Anlagenhydraulik klären, welche Bedingung gerade wirkt. Änderungen an Sensorzuordnung, Schutzfunktionen oder Pumpenbetrieb sollten Fachkundige prüfen. Ein passendes Schwellenpaar unterstützt eine stabile Regelung, ersetzt aber keine Fehlerdiagnose.

Quellen

  1. Technische Alternative RT GmbH
  2. Technische Alternative RT GmbH
  3. RESOL – Elektronische Regelungen GmbH