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g-Wert mit heruntergelassener Jalousie: Wann Sie g-total brauchen

16.10.2026

Der g-Wert allein beschreibt nicht, was Glas und Jalousie gemeinsam durchlassen. Für g-total zählen die konkrete Verglasung, das Sonnenschutzsystem und die angesetzte Stellung.

Warum der Glaswert mit Jalousie nicht genügt

Wer nach dem g-Wert eines Fensters fragt, meint meist den solaren Energiedurchlass der Verglasung. Ein Glasdatenblatt wie das von AGC führt g als solare Eigenschaft des Glases. Sobald ein Sonnenschutz hinzukommt, braucht die Frage einen anderen Systemumfang: Die detaillierte Berechnung nach ISO 52022-3 bestimmt die solare Gesamtenergiedurchlässigkeit und weitere optische Kennwerte der Kombination aus Verglasung und Sonnenschutz. Umgangssprachlich wird hierfür oft g-total oder gtot gesagt. Der Glaswert allein beantwortet also nicht, wie viel Sonnenenergie durch Glas und Jalousie gemeinsam in den Raum gelangt.

Ein g-total-Wert gehört zu bestimmten Bauteilen

Der Kombinationskennwert hängt nicht nur vom Glas ab. Das Verfahren stützt sich auf die optischen Eigenschaften der verwendeten Materialien; bei einem Sonnenschutzsystem sind daher Typ und Lage entscheidend. Eine innen liegende Jalousie ist nicht derselbe Aufbau wie eine außen liegende oder eine zwischen den Scheiben angeordnete Lösung. Auch der Behang selbst zählt: Hersteller können unterschiedliche Folien oder Textilien anbieten. Lassen Sie deshalb im Nachweis die konkrete Verglasung und das konkrete Sonnenschutzprodukt benennen, anstatt einen allgemeinen „Wert für Jalousien“ zu übernehmen.

„Heruntergelassen“ beschreibt die Stellung nicht vollständig

Bei einer Jalousie können die Lamellen trotz abgesenktem Behang verschieden gekippt sein. Bei einem Rollo kann der Behang abgesenkt, aber nicht notwendigerweise vollständig geschlossen sein. Der Berechnungsumfang unterscheidet zudem, ob sich der Schutz innen, außen oder im Scheibenzwischenraum befindet; bei der Ermittlung der absorbierten Solarenergie kann auch Belüftung des Systems berücksichtigt werden. Daraus folgt: Eine Angabe wie „g-total bei heruntergelassener Jalousie“ reicht allein nicht, um die Randbedingungen zu erkennen. Verlangen Sie eine genaue Beschreibung der angesetzten Stellung und des Einbaus.

Randbedingungen begrenzen die Aussage

Die detaillierte Methode basiert auf senkrechtem Strahlungseinfall und bildet eine Winkelabhängigkeit der Materialeigenschaften nicht ab. Ihr Anwendungsbereich ist auf vertikale Einbaulagen bis ±15° begrenzt. Ein g-total-Wert ist deshalb nicht automatisch eine Antwort für jeden Sonnenstand, jede Dachneigung oder jede Lamellenneigung. Wenn der Einbau oder die konkrete Fragestellung außerhalb dieser Bedingungen liegt, sollte der Anbieter erklären, ob die Berechnung dafür geeignet ist und welche zusätzlichen Ansätze verwendet wurden.

Was Sie beim Anbieter anfordern können

Bitten Sie um einen Nachweis für den vollständigen Aufbau und halten Sie darin mindestens fest: den Verglasungsaufbau samt Glaskennwerten; Art und Lage des Sonnenschutzes; Produkt- beziehungsweise Behangtyp und Farbe; die angesetzte Stellung; eine gegebenenfalls berücksichtigte Belüftung; sowie Berechnungsverfahren und Randbedingungen. Lassen Sie offene und geschlossene Zustände getrennt ausweisen, wenn beide für die Nutzung relevant sind. So ist erkennbar, ob ein Zahlenwert den Zustand ohne Sonnenschutz, einen geschlossenen Behang oder eine bestimmte Zwischenstellung beschreibt. Das verhindert, dass ein Wert aus einem einzelnen Szenario unbemerkt als allgemeine Eigenschaft des Fensters behandelt wird.

g-Wert und g-total nicht gleichsetzen

Ein g-Wert aus dem Glasdatenblatt und ein g-total-Nachweis haben unterschiedliche Bezugsobjekte: der erste bezieht sich auf das Glas, der zweite auf die Kombination mit Sonnenschutz. Vergleichen Sie Werte daher nur, wenn Sie wissen, welche Bauteile einbezogen wurden. Gerade bei Angebotsvergleichen ist die Bezeichnung des Behangs und der Stellung ebenso wichtig wie die Zahl selbst. Für die sommerliche Bewertung soll der Kennwert zur tatsächlich geplanten Kombination passen – nicht zu einem allgemein angenommenen Innen- oder Außenschutz.

Quellen

  1. NEN
  2. Schüco International KG
  3. AGC Glass Europe