Ladeverluste beim PV-Laden: Kleine Ladeleistung richtig einordnen
09.10.2026
Eine kleine Ladeleistung ist beim PV-Laden nicht automatisch ideal: In einer ADAC-Untersuchung blieben die Verluste beim simulierten PV-Überschussladen unter 13 Prozent. Entscheidend sind aber auch Ladezeit, Fahrzeugelektronik und die Mindestleistung der eigenen Ladekonfiguration.
Was der ADAC-Vergleich über PV-Laden aussagt
Eine kleine Ladeleistung ist nicht per se ein Effizienzfehler. In einer ADAC-Untersuchung wurde reduziertes Laden an der Wallbox genutzt, um das Laden mit PV-Überschuss nachzustellen. Das ist ein konkreter Befund für das getestete Szenario – kein allgemeiner Kennwert für jedes Modell, jeden Akkustand oder jede Wetterlage. Die Ergebnisse zeigen zugleich, warum man zwei Fragen auseinanderhalten sollte: Wie viel der bezogenen Energie erreicht den Akku, und wie wertvoll ist der verwendete Strom? Überschussstrom kann für den Haushalt eine sinnvolle Energiequelle sein, auch wenn ein schnellerer Ladevorgang prozentual weniger Verlust hätte. Wer den Testwert auf die eigene Anlage übertragen will, sollte deshalb Ladeleistung, Fahrzeug und tatsächlichen Stromfluss mitdenken. Die Untersuchung ist ein Vergleich konkreter Ladesituationen, keine Garantie für eine bestimmte persönliche Verbrauchsquote ([ADAC: Strom, der verpufft](https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/technik/strom-der-verpufft.html)).
Warum eine lange Ladezeit Verluste begünstigen kann
Beim Wechselstromladen wird ein Teil der Energie im Fahrzeug benötigt, bevor der Strom als Fahrenergie im Akku zur Verfügung steht. Dazu zählen Umwandlungsvorgänge und der Betrieb von Bordsystemen. Der ADAC weist darauf hin, dass während des Ladevorgangs Teile der Fahrzeugelektronik aktiv bleiben und Strom ziehen ([ADAC: Ladeverluste bei E-Autos](https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/technik/ladeverluste-bei-e-autos.html)). Daraus lässt sich eine praktische, aber nicht universelle Faustregel ableiten: Wenn die Ladeleistung sinkt, dauert das Laden derselben Energiemenge länger; zeitabhängige Verbraucher können also länger mitlaufen. Damit kann ihr Anteil am Verlust wachsen. Das heißt nicht, dass jede reduzierte Ladeleistung zwangsläufig zu einem großen Mehrverbrauch führt. Die Höhe hängt vom Fahrzeug, der Regelung und den Bedingungen ab. Es erklärt aber, weshalb „so langsam wie möglich“ keine allgemeingültige Effizienzstrategie ist.
Einphasig: Niedriger Überschuss kann bereits reichen
Für das direkte Laden aus der PV-Anlage nennt der ADAC als Schwelle mindestens 1,4 kW Überschuss bei einphasigem Laden ([ADAC: E-Auto mit eigenem Solarstrom laden](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/e-auto-solarstrom-laden/)). Das ist eine Mindestbedingung der beschriebenen Ladekonfiguration, nicht die Aussage, dass das Fahrzeug dauerhaft mit genau dieser Leistung laden muss. Bei wechselnder Sonneneinstrahlung bewegt sich der verfügbare Überschuss; eine Regelung kann die Ladeleistung anpassen, soweit Wallbox und Auto das unterstützen. Praktisch lohnt sich daher der Blick auf die Anzeige des Energiemanagements: Liegt der Überschuss nur knapp über der Startschwelle, kann das Laden zeitweise aussetzen oder durch Netzstrom ergänzt werden. Ein sorgfältiger Vergleich sollte nicht nur den momentanen kW-Wert, sondern auch die geladene Energiemenge über einen passenden Zeitraum berücksichtigen.
Dreiphasig: Die technische Untergrenze beachten
Beim dreiphasigen Laden liegt die vom ADAC beschriebene Mindestleistung höher: Es müssen mindestens 4,2 kW PV-Überschuss vorhanden sein; darunter lädt das Auto in diesem Szenario nicht. Das kann die nutzbaren Zeitfenster einschränken, wenn die PV-Anlage gerade nur wenig Stromüberschuss liefert. Abhilfe kann – sofern die eigene Hardware und Fahrzeugkonfiguration es erlauben – eine Phasenumschaltung schaffen, mit der das System bei geringerer Solarleistung einphasig und bei mehr Überschuss dreiphasig lädt. Auch eine Ergänzung durch Netzstrom ist eine andere Strategie als reines PV-Laden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, ob der Solarstrom sonst eingespeist würde, wie lange das Auto angeschlossen bleibt und wann es wieder gebraucht wird. Die Entscheidung ist daher nicht nur eine Frage der Ladeverluste, sondern auch der Verfügbarkeit des Fahrzeugs und des verfügbaren Solarstroms.