Marderbiss an PV-Leitungen: Schäden erkennen und vorbeugen
09.10.2026
Tierverbiss an PV-Kabeln kann Kurzschluss- und Brandgefahr verursachen. Sichtkontrollen vom sicheren Standort, fachgerechter Kabelschutz und eine Prüfung durch qualifizierte Betriebe helfen, Schäden sicher einzuordnen.
Warum ein angeknabbertes Kabel ernst zu nehmen ist
Ein Marder- oder anderer Tierbiss an der Photovoltaikverkabelung ist nicht bloß ein Schönheitsfehler. Beschädigungen können einen elektrischen Kurzschluss auslösen und damit eine Brandgefahr schaffen. Das gilt auch dann, wenn die Anlage noch Strom liefert: Eine sichtbare Beschädigung sollte deshalb nicht erst dann geprüft werden, wenn der Wechselrichter eine Störung meldet. Umgekehrt beweist ein Ertragsabfall allein noch keinen Tierbiss. Er ist ein Anlass, die Anlage fachgerecht prüfen zu lassen, nicht eine Ferndiagnose.
Welche Hinweise Betreiber beachten können
Bei einer Sichtkontrolle vom Boden oder einem sicheren Zugang aus sind zerbissene, eingerissene oder ungewöhnlich lose Leitungsabschnitte auffällig. Ebenfalls notieren sollten Betreiber neue Warnmeldungen am Wechselrichter oder Veränderungen der Ertragsanzeige. Diese Hinweise sind nicht eindeutig: Auch andere Leitungs-, Steckverbinder- oder Anlagenfehler können ähnliche Auffälligkeiten verursachen. Deshalb weder Kabel bewegen noch Stecker trennen, um die Ursache selbst zu suchen. Hilfreich für den Fachbetrieb sind Datum und Wortlaut einer Meldung sowie Fotos, die ohne Betreten des Dachs aufgenommen wurden.
Vorbeugen beginnt bei Kabelführung und Montage
Bei einer Neuinstallation oder Nachrüstung lohnt es sich, den Verlauf der Kabel ausdrücklich mit dem Solarfachbetrieb durchzugehen: Wo liegen Leitungen frei, wo verlaufen sie an Kanten oder durch die Dacheinführung, und wie sind sie befestigt? Swissolar hebt die ordentliche Verlegung und Befestigung hervor; der ZVEI-Fachverband verweist auf die Auswahl der Leitungen und die sachgerechte Installation unter den jeweiligen Umwelteinflüssen. Daraus folgt keine Einheitslösung für jedes Dach. Schutzrohre, Kanäle oder andere mechanische Schutzsysteme müssen zur konkreten Leitung, Einbausituation und Anlage passen. Lassen Sie sich daher Material, Befestigung und Wartungszugang vom ausführenden Betrieb erklären, statt improvisierte Schläuche, Klebebänder oder Duftmittel anzubringen.
Dachkontrolle und Reparatur nicht selbst übernehmen
Arbeiten an einer PV-Anlage sind nicht mit einer gefahrlosen Sichtprüfung gleichzusetzen. Die DGUV weist bei Montage und Wartung auf Absturzgefahren auf Dachflächen sowie auf elektrische Gefährdungen bei elektrotechnischen Arbeiten und Prüfungen hin. Bei vermutetem Kabelschaden deshalb Abstand halten, beschädigte Stellen nicht anfassen und keine DC-Steckverbindungen lösen. Melden Sie den Verdacht einem qualifizierten Elektro- oder Solarfachbetrieb. Er kann Leitungszustand und Anlage prüfen, die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen treffen und beschädigte Komponenten passend instand setzen.
Was nach einem Verdacht sinnvoll ist
Dokumentieren Sie die Auffälligkeit, ohne sich dem beschädigten Bereich zu nähern, und kontaktieren Sie den Installations- oder Wartungsbetrieb. Bei sichtbarer Schmorstelle, Rauch oder Feuer gilt: nicht selbst eingreifen, sondern den Notruf wählen und andere Personen auf Abstand halten. Fragen Sie bei einem Schaden außerdem Ihren Versicherer, ob Tierbiss an der Anlage eingeschlossen ist und welche Nachweise oder Schritte verlangt werden. Der GDV weist darauf hin, dass Tierbisse je nach Vertrag als zusätzlicher Schutz vereinbart werden können; der konkrete Umfang ergibt sich also nicht pauschal aus dem Begriff Photovoltaikversicherung.