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Energiemessung am Solarcarport mit Unterverteilung planen

09.10.2026

Bei intelligenten Messsystemen unter 100.000 kWh werden Messwerte in 15-Minuten-Auflösung einmal täglich an den Messstellenbetreiber übermittelt; lokale Messung ist davon zu unterscheiden.

Zuerst klären, was die Messung beantworten soll

Ein Solarcarport kann gleichzeitig Erzeuger und Anschlussstelle für Verbraucher sein: Der Wechselrichter speist ein, während etwa ein Ladepunkt oder Beleuchtung Strom abnimmt. Eine einzige Messstelle beantwortet deshalb nicht automatisch jede Frage. Soll die Anlage den Netzbezug und die Einspeisung für die Abrechnung erfassen? Geht es um eine interne Übersicht zur erzeugten Energie? Oder soll sichtbar werden, wie viel ein bestimmter Abgang verbraucht? Diese Zwecke unterscheiden sich. VDE FNN verweist darauf, dass unterschiedliche Anlagenkonstellationen verschiedene Messkonzepte nahelegen. Das ist der Grund, zunächst die Fragen und erst danach die Geräte auszuwählen. [VDE FNN](https://www.vde.com/de/fnn/aktuelles/00-2023-12-07-cfe-messkonzepte)

Messgrenzen in einer Skizze festhalten

Zeichnen Sie für die Planung den Weg vom Netzanschluss über die bestehende Hauptverteilung zur Unterverteilung am Carport. Tragen Sie den Wechselrichter und jeden relevanten Verbraucher als eigene Abzweigung ein. Markieren Sie anschließend die gewünschte Grenze: Ein Messpunkt am gemeinsamen Anschluss der Carport-Unterverteilung beschreibt den Saldo dieses Bereichs; eine Messung allein am Wechselrichter zeigt dagegen die Erzeugung, nicht den Verbrauch am Ladepunkt. Werden beide Größen gebraucht, müssen die Messpunkte so gewählt sein, dass ihre Werte zusammenpassen. Für eine interne Energiebilanz sollten Zeitbezug, Phasenbezug und Vorzeichen der Messwerte geklärt werden; andernfalls lassen sich Bezug, Einspeisung und Eigenverbrauch leicht verwechseln. Die Skizze ist ein Abstimmungsentwurf, keine Installationsanweisung. [VDE FNN](https://www.vde.com/de/fnn/aktuelles/00-2023-12-07-cfe-messkonzepte)

Netzfluss von interner Energiemessung trennen

Die Anzeige am Wechselrichter ist nicht automatisch gleichbedeutend mit der Einspeisung ins öffentliche Netz: Sie bildet zunächst die Erzeugung ab. Prüfen Sie darum mit dem zuständigen Messstellenbetreiber, ob der vorhandene Zähler Einspeisung korrekt erfasst. Ist der Bezugszähler dafür ungeeignet, nennt die Bundesnetzagentur den Austausch durch den Messstellenbetreiber, beispielsweise gegen einen Zweirichtungszähler. Ein zusätzlicher Energiemesser in der Carport-Unterverteilung kann für die Anlagenübersicht nützlich sein, ersetzt aber nicht automatisch die abrechnungsrelevante Messung am Netzanschluss. [Bundesnetzagentur: Solaranlagen](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/Solaranlagen/Anmeldung_table.html)

Abgänge einzeln messen, wenn die Frage es verlangt

Für einen Solarcarport mit Wechselrichter und Wallbox könnte ein sinnvolles internes Schema drei Werte trennen: AC-Erzeugung des Wechselrichters, Gesamtfluss zwischen Netz und Kundenanlage sowie Verbrauch des Ladepunkts. Damit lässt sich prüfen, ob die Wallbox zu bestimmten Zeiten Solarstrom nutzt; der Netzanschlusspunkt zeigt weiterhin, ob die Kundenanlage insgesamt gerade Strom bezieht oder einspeist. Das ist eine Planungslogik, kein vorgeschriebenes Standardschema. Werden Beleuchtung oder weitere Verbraucher nur pauschal über die Unterverteilung geführt, kann ihre Einzelenergie nicht aus dem Summenzähler herausgelesen werden. Ein weiterer Unterzähler lohnt sich nur, wenn genau diese Aufteilung tatsächlich gebraucht wird. Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen sollten im Messkonzept zusammen betrachtet werden. [VDE FNN](https://www.vde.com/de/fnn/aktuelles/00-2023-12-07-cfe-messkonzepte)

Leitungsplanung und Ausführung gemeinsam abstimmen

Geben Sie dem Elektrofachbetrieb einen Plan mit Verteilern, Stromkreisen, Zählerorten und den gewünschten Daten (zum Beispiel Energie je Abgang oder zeitgleicher Netzsaldo). So kann er die Messgeräte, deren Schnittstellen und die Leitungswege zusammen planen, statt nachträglich Kommunikations- oder Messleitungen ergänzen zu müssen. Klären Sie außerdem, ob Außenstandort, Zugänglichkeit und Montageort zum gewählten Gerät passen; konkrete Schutzart, Absicherung, Leiterquerschnitt und Verlegeart hängen vom Objekt und den geltenden technischen Regeln ab und lassen sich nicht pauschal aus der Bezeichnung „Solarcarport“ ableiten. Die NAV verlangt für Arbeiten durch Dritte ein eingetragenes Installationsunternehmen. Die Unterverteilung sollte deshalb nicht in Eigenregie geöffnet oder umverdrahtet werden. [NAV § 13](https://www.gesetze-im-internet.de/nav/BJNR247710006.html)

Vor der Bestellung eine kurze Prüfliste abarbeiten

Halten Sie schriftlich fest: Welche Frage soll jeder Messpunkt beantworten? Welche Flüsse müssen für Abrechnung beziehungsweise Anlagenmonitoring erfasst werden? Ist der vorhandene Netzbezugszähler einspeisefähig? Welcher Verbraucher braucht einen eigenen Unterzähler? Wer betreibt den offiziellen Zähler, wer stellt lokale Messwerte bereit, und wie werden Daten ausgelesen? Bei intelligenten Messsystemen sollten Sie zusätzlich die gewünschte Aktualität der Datenübertragung klären: Bei Jahresverbräuchen unter 100.000 kWh nennt die Bundesnetzagentur eine Auflösung von 15 Minuten und eine tägliche Übermittlung. Mit diesem Blatt lassen sich Anlagenerrichter, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber auf dasselbe Schema beziehen. Die endgültige Lösung hängt von Anschluss, Anlagenkonfiguration und Abrechnungszweck ab; die hier beschriebene Planung ersetzt weder das Messkonzept des Netzbetreibers noch die fachliche Prüfung vor Ort. [VDE FNN](https://www.vde.com/de/fnn/aktuelles/00-2023-12-07-cfe-messkonzepte)

Quellen

  1. VDE FNN
  2. Bundesnetzagentur
  3. Bundesnetzagentur
  4. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz