PV-Angebot verstehen: String und MPP-Tracker einfach erklärt
08.10.2026
Ein String fasst PV-Module in Reihe zusammen; ein MPP-Tracker steuert einen Arbeitspunkt am Wechselrichter. Für Angebote zählen deshalb nicht nur die Tracker-Anzahl, sondern auch die Zuordnung der Strings zu Dachflächen, Modulzahlen und die technischen Grenzen des konkreten Geräts.
String: die Module in einer elektrischen Reihe
Ein String ist eine Reihe von PV-Modulen, die elektrisch hintereinander geschaltet sind. Im Angebot ist die Stringzahl daher nicht mit der Modulzahl gleichzusetzen: Ein String kann mehrere Module enthalten, und eine Anlage kann mehrere Strings haben. Bei parallel geführten Strings sind die technischen Daten entscheidend. SMA nennt für den Polystring-Betrieb gleiche Modulzahl in Reihe, dieselbe Technologie und gleiche MPP-Spannung als Voraussetzungen. Das ist kein Freibrief, beliebige Dachflächen zusammenzuschalten, sondern ein Hinweis darauf, dass ein scheinbar einfacher Anschluss von der konkreten Modul- und Wechselrichterauslegung abhängt.
MPP-Tracker: ein Regelkreis am Wechselrichter
MPP steht für „Maximum Power Point“: den Punkt auf der Spannungs-Leistungs-Kennlinie, an dem ein PV-Generator gerade seine Leistung abgibt. Ein MPP-Tracker steuert den angeschlossenen Eingang so, dass der Wechselrichter diesen Arbeitspunkt nachführt. Ein Wechselrichter kann mehrere voneinander unabhängige DC-Eingänge beziehungsweise Tracker besitzen. Mehr Tracker schaffen eine Möglichkeit, Generatorbereiche getrennt zuzuordnen; die Zahl allein beweist aber weder einen höheren Ertrag noch, dass das konkrete Dach optimal aufgeteilt ist. Fronius beschreibt bei einem eigenen Verschattungsmanagement regelmäßige Kurvenscans und die Suche nach dem globalen Maximum. Das ist eine gerätespezifische Funktion, keine Garantie, dass jede Verschattung vollständig ausgeglichen wird.
Dachflächen zuordnen: ein einfaches Beispiel
Nehmen wir als rein schematisches Beispiel zwei Dachseiten: eine nach Osten und eine nach Westen. Der Planer könnte die Module jeder Seite zu getrennten Strings zusammenfassen und diese, sofern der Wechselrichter dafür ausgelegt ist, getrennten MPP-Trackern zuordnen. So arbeitet nicht automatisch ein Tracker mit einem gemischten Satz aus unterschiedlich ausgerichteten Modulen. Es gibt auch Polystring-Konzepte, bei denen unterschiedlich ausgerichtete Strings parallel an einem Tracker betrieben werden; SMA nennt dafür jedoch Voraussetzungen und empfiehlt gleichartige Module. Auch die Modulzahl pro Stranganschluss ist gerätespezifisch zu beachten: Fronius weist in seiner Anleitung für die beschriebenen Geräte auf gleiche Modulzahlen pro Stranganschluss hin. Das Beispiel ersetzt deshalb keine Auslegung anhand der Datenblätter.
Diese Fragen helfen beim Angebotsvergleich
Bitten Sie um einen Stringplan, auf dem jede Dachfläche und jeder String einem Tracker-Eingang zugeordnet ist. Fragen Sie, wie viele Module in jedem String in Reihe liegen und ob parallel angeschlossene Strings die geforderten elektrischen Eigenschaften erfüllen. Lassen Sie sich außerdem Wechselrichtertyp und relevante DC-Eingangsgrenzen nennen; die Grenzwerte sind modellabhängig und müssen zur geplanten Verschaltung passen. Bei Ost-West-Dächern, Gauben oder zeitweiligem Schatten sollte das Angebot erläutern, ob getrennte Tracker oder ein ausdrücklich beschriebenes Polystring-Konzept vorgesehen ist. Wenn ein Verschattungsalgorithmus genannt wird, fragen Sie nach dessen konkreter Funktion am angebotenen Gerät und danach, was er nicht lösen kann. Montage und elektrische Auslegung gehören in die Hände qualifizierter Fachleute; die Fronius-Installationsanleitung weist die Inbetriebnahme geschultem Personal zu.