PV-Heizstab oder Brauchwasserwärmepumpe: Strom je Wärmemenge vergleichen
09.10.2026
Wer den Stromverbrauch vergleicht, sollte dieselbe nutzbare Wärmemenge zugrunde legen: Ein PV-Heizstab setzt Strom direkt in Wärme um, eine Brauchwasserwärmepumpe nutzt zusätzlich Wärme aus der Umgebungsluft. Eine einfache Rechnung zeigt den Unterschied – und warum die tatsächliche Anlage zählt.
Vergleichen Sie Wärme mit Wärme
Die entscheidende Frage lautet nicht, welches Gerät pro Stunde mehr Strom zieht, sondern wie viel elektrische Energie für dieselbe nutzbare Wärmemenge im Speicher anfällt. Ein Heizstab arbeitet als Widerstandsheizung: Für einen überschlägigen Idealvergleich kann man rund 1 kWh Strom je 1 kWh Wärme ansetzen. Eine Brauchwasserwärmepumpe entzieht zusätzlich Wärme aus ihrer Umgebung. Die Verbraucherzentrale nennt für diese Geräte eine typische Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,5 bis 4. Das heißt: Im Jahresmittel liefert das System je eingesetzter Kilowattstunde Strom ungefähr 2,5 bis 4 kWh Wärme. [co2online beschreibt das 1:1-Prinzip des Heizstabs](https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/photovoltaik/pv-heizstab/); die [Verbraucherzentrale nennt die typische JAZ der Brauchwasser-Wärmepumpe](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/wie-erzeuge-ich-warmwasser-wenn-ich-mit-einer-waermepumpe-heize-114880).
Ein Rechenbeispiel für drei Kilowattstunden
Angenommen, Sie wollen 3 kWh Wärme im Warmwasser bereitstellen. Im vereinfachten Heizstabmodell sind dafür etwa 3 kWh Strom nötig. Bei einer Brauchwasserwärmepumpe mit JAZ 2,5 bis 4 ergibt die Rechnung 3 ÷ 2,5 bis 3 ÷ 4, also rund 1,2 bis 0,75 kWh Strom. Die Spanne ist eine Illustration aus der veröffentlichten typischen JAZ, kein Messwert für ein bestimmtes Gerät. Sie berücksichtigt außerdem nicht abweichende Speicherverluste, zusätzliche Verbraucher oder eine andere Systemgrenze. Bei einem konkreten Angebot lohnt sich deshalb der Vergleich bei gleicher Solltemperatur und gleicher gezählter Wärmemenge.
Was die Jahresarbeitszahl nicht verspricht
Die JAZ ist ein Jahreswert und keine feste Eigenschaft, die für jedes Haus und jede Betriebsweise gilt. Warmwasser erfordert höhere Temperaturen als manche Heizsysteme; die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass höhere Temperaturen mehr Strom kosten und die Effizienz mindern. Hygieneanforderungen und die eingestellte Speichertemperatur gehören daher in den Vergleich. Auch Feldwerte für Heizungswärmepumpen sind nicht ungeprüft auf eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe übertragbar: Im Fraunhofer-ISE-Projekt erreichten 49 Außenluft-Wärmepumpen im Auswertejahr 2024 JAZ-Werte von 2,6 bis 4,9, Mittelwert 3,4. Das Ergebnis betrifft Anlagen für Raumheizung und Trinkwasserbereitung zusammen, nicht einen Labortest einzelner Warmwassergeräte. [Verbraucherzentrale zu Temperatur und Effizienz](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/wie-erzeuge-ich-warmwasser-wenn-ich-mit-einer-waermepumpe-heize-114880); [Fraunhofer ISE zum Feldprojekt](https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschungsprojekte/wp-qs-im-bestand.html).
PV-Überschuss ändert die Stromquelle, nicht die Effizienz
Beide Geräte können Solarstrom aufnehmen, wenn die Anlage und Regelung das Zusammenspiel ermöglichen. Beim Heizstab erkennt ein Energiemanager oder Überschussregler die verfügbare Leistung und schaltet passend zu. Für eine vorhandene zentrale Warmwasserbereitung mit Gas oder Öl kann ein nachrüstbarer PV-Heizstab eine Möglichkeit sein, fossile Warmwasserbereitung zu verdrängen – vorausgesetzt, Speicher und Installation sind geeignet. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe nutzt dagegen Raumluft als Wärmequelle und braucht Strom für ihren Antrieb. Die Verbraucherzentrale weist zugleich darauf hin, dass auch eine vorhandene Wärmepumpe im Sommer von überschüssigem Solarstrom für Warmwasser profitieren kann. PV-Strom macht den Vergleich daher nicht überflüssig: Bei derselben verfügbaren kWh Solarstrom kann die Wärmepumpe typischerweise mehr Wärme erzeugen; ob es sich finanziell lohnt, hängt aber auch davon ab, ob der Strom andernfalls genutzt oder eingespeist würde. [Hinweise der Verbraucherzentrale zum PV-Heizstab](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-was-tun-mit-der-ue20anlage-wenn-die-eegfoerderung-endet-50846); [Funktionsprinzip der Warmwasser-Wärmepumpe beim BWP](https://www.waermepumpe.de/verbraucher/darum-waermepumpe/fragen-sie-die-experten/antwort-der-experten/was-ist-eine-warmwasser-waermepumpe/).
So messen Sie Ihr eigenes System
Für einen belastbaren Vergleich brauchen Sie zwei Werte über denselben Zeitraum: den Stromverbrauch des Geräts und die tatsächlich bereitgestellte Wärme. Die Jahresarbeitszahl ergibt sich aus Wärmemenge geteilt durch Stromverbrauch. Das Umweltbundesamt beschreibt diese Ermittlung mit separatem Stromzähler und gemessener Wärmemenge. Bei einer Brauchwasser-Wärmepumpe sollte möglichst der Strom des kompletten Geräts erfasst werden – nicht nur der Verdichter, sondern auch Steuerung und gegebenenfalls ein elektrischer Nachheizer. Für den Heizstab ist die Stromaufnahme direkt messbar; die an den Speicher abgegebene Wärme muss ebenfalls zur selben Systemgrenze passen. [UBA-Beispiel zur Bestimmung der JAZ](https://www.umweltbundesamt.de/energiewende-im-mehrgenerationenhaus).
Welche Lösung passt zum Zweck?
Wenn Ihr Ziel vor allem eine einfache Ergänzung zu einem bestehenden Kessel im Sommer ist und regelmäßig nutzbarer PV-Überschuss anfällt, kann ein Heizstab eine passende, aber stromintensive Option sein. Für möglichst wenig Strom je erzeugter Wärmeeinheit spricht im Normalbetrieb die Brauchwasserwärmepumpe. Prüfen Sie dabei Platz, Geräuschsituation, Speicher, benötigte Temperatur, Nachheizfunktion und Einbindung in das Energiemanagement. Entscheidend ist nicht nur die Herstellerangabe: Lassen Sie die Anlage bei vergleichbarer Warmwassermenge und Temperatur über einen repräsentativen Zeitraum messen. So vergleichen Sie den Stromverbrauch pro Wärmemenge statt nur zwei Gerätenennwerte.