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PV-Module reinigen: Wasserqualität und Herstellerfreigaben

09.10.2026

Hersteller setzen unterschiedliche Maßstäbe für Reinigungswasser: Canadian Solar nennt eine niedrige Mineralbelastung, REC bevorzugt deionisiertes Wasser. Entscheidend sind die Vorgaben des konkreten Moduls, nicht ein allgemeiner Universalwert.

Warum Wasser sichtbare Spuren hinterlässt

Nach einer Reinigung bleibt Wasser nicht einfach folgenlos auf dem Glas: Verdunstet es, können gelöste Mineralien als helle Flecken oder Kalkränder zurückbleiben. Das ist nicht nur eine optische Frage. Canadian Solar weist darauf hin, dass mineralreiches Wasser Ablagerungen bilden und die Antireflexbeschichtung (AR) beeinträchtigen kann. Als möglicher Folgeschritt nennt der Hersteller eine verringerte Lichtdurchlässigkeit. Deshalb ist „sauberes“ Leitungswasser nicht automatisch die beste Wahl – seine Mineralfracht hängt von der lokalen Wasserqualität ab. [Canadian Solar: Kunden-Support](https://www.canadiansolar.com/customer/customersupport/)

Wasserwerte: Empfehlungen sind herstellerspezifisch

Eine pauschale Zahl für alle Module lässt sich aus den Herstellerhinweisen nicht ableiten. Canadian Solar empfiehlt Wasser mit niedrigem Mineralgehalt und nennt höchstens 300 ppm als Orientierung; zugleich soll das Wasser annähernd neutral sein. JinkoSolar empfiehlt ebenfalls neutrales Wasser und gibt für den pH-Wert 6,5 bis 8 an. Diese Angaben sind Herstellerempfehlungen für deren Module, keine allgemeingültigen Grenzwerte für jedes PV-Glas oder jede Beschichtung. Sie zeigen aber, warum es sinnvoll ist, bei auffälligen Kalkrändern zuerst die Wasserqualität zu prüfen, statt sofort ein Reinigungsmittel zu verwenden. [Canadian Solar](https://www.canadiansolar.com/customer/customersupport/), [JinkoSolar: Installationshandbuch](https://www.jinkosolar.com/uploads/JinkoSolar%20Global%20Installation%20Manual_20240814_A1.pdf)

Deionisiertes Wasser ist eine Option, kein Automatismus

REC bevorzugt für die Reinigung deionisiertes Wasser – dabei wurden Mineralionen und Salze entfernt. Das kann helfen, mineralische Rückstände nach dem Trocknen zu vermeiden. REC führt Regen- und Leitungswasser jedoch als mögliche sekundäre Lösung auf, wenn deionisiertes Wasser nicht verfügbar ist. Daraus folgt nicht, dass jedes Modul mit jeder Wasserart gleich behandelt werden darf: Die Hinweise unterscheiden sich bereits zwischen den Herstellern. Wer für die Anlage eine Reinigungsfirma beauftragt, sollte daher nicht allein nach dem Etikett „Reinstwasser“ entscheiden, sondern klären, ob Verfahren und Hilfsmittel zur konkreten Modulvorgabe passen. [REC: Quick Guide to Cleaning](https://www.recgroup.com/sites/default/files/documents/quick_guide_cleaning_en.pdf)

Herstellerfreigabe vor dem Putzen prüfen

Vor der Reinigung gehören Modulhersteller, Typ und zugehörige Installations- oder Wartungsanleitung zusammen. Prüfen Sie dort ausdrücklich die Angaben zu Wasser, pH-Wert und Reinigungsmitteln. Die Hinweise können voneinander abweichen: Canadian Solar nennt etwa einen pH-Wert nahe neutral; JinkoSolar konkretisiert seinen Vorschlag auf 6,5 bis 8. Ein Wert aus dem Handbuch eines anderen Herstellers ersetzt die Freigabe für das eigene Modul nicht. Auch bei stärkeren Verschmutzungen ist Zurückhaltung sinnvoll: Eine chemische Zugabe, die für ein Produkt zulässig ist, ist damit nicht automatisch für eine andere Glasbeschichtung freigegeben. Im Zweifel zuerst den Modulhersteller oder den Installationsbetrieb fragen. [Canadian Solar](https://www.canadiansolar.com/customer/customersupport/), [JinkoSolar](https://www.jinkosolar.com/uploads/JinkoSolar%20Global%20Installation%20Manual_20240814_A1.pdf)

Praktisches Beispiel: Kalkrand nach dem Trocknen

Zeigt sich nach dem Waschen ein heller Rand, ist das ein Anlass, den Ablauf zu überprüfen, aber kein Beweis für einen Glasschaden. Notieren Sie zunächst, welches Wasser verwendet wurde und ob die Flecken nach dem Abspülen verschwinden. Bei einer Anlage mit Canadian-Solar-Modulen können Sie die dortige Empfehlung zu niedrigem Mineralgehalt und annähernd neutralem pH mit der Wasseranalyse oder den Angaben des Versorgers vergleichen. Der Hersteller weist außerdem darauf hin, dass Wasser mit einem pH-Wert über 7 die Beschichtung beeinträchtigen kann. Bei REC-Modulen ist deionisiertes Wasser die bevorzugte Variante. Diese Beispiele sind keine Austauschrezepte: Maßgeblich bleibt das Handbuch des eingebauten Modultyps. Wird eine Abweichung erwogen, etwa ein Reiniger oder eine andere Wasseraufbereitung, sollte die Herstellerfreigabe vor der Anwendung eingeholt werden. [Canadian Solar](https://www.canadiansolar.com/customer/customersupport/), [REC](https://www.recgroup.com/sites/default/files/documents/quick_guide_cleaning_en.pdf)

Was die Empfehlungen nicht versprechen

Niedriger Mineralgehalt kann die Gefahr sichtbarer Mineralrückstände verringern; er garantiert aber weder fleckenfreie Module noch einen bestimmten Ertragsgewinn. Die geprüften Herstellerseiten formulieren Pflegehinweise für ihre Produkte und liefern keinen universellen Testvergleich von Leitungs-, Regen- und deionisiertem Wasser. Auch die lokale Wasserhärte allein entscheidet nicht über die Eignung: pH, Verschmutzungsart, Oberfläche und konkrete Herstellerfreigabe spielen mit hinein. Bei ungewöhnlichen Flecken oder beschädigt wirkender Oberfläche nicht mit stärkerem Druck oder zusätzlichen Chemikalien experimentieren, sondern den Zustand dokumentieren und fachlichen Rat einholen.

Quellen

  1. Canadian Solar
  2. REC Group
  3. JinkoSolar