PV-Zaun planen: Sicherheit und Tierdurchlässigkeit verbinden
09.10.2026
Ein Zaun um einen Solarpark schützt die Anlage, kann aber Tiere von vertrauten Wegen abschneiden. Entscheidend sind standortgerechte Durchlässe, ausreichend große Korridore und eine Pflege, die ihre Funktion erhält.
Zaunwirkung beginnt bei der Standortplanung
Ein PV-Zaun ist nicht nur ein technisches Detail am Rand des Solarparks. Wo die Einzäunung quer zu einem Wildwechsel verläuft, kann sie die Bewegung von Tieren unterbrechen; das BfN nennt Einzäunungen ausdrücklich als mögliche Barriere- und Zerschneidungswirkung für Groß- und Kleinsäuger. Wie stark solche Wirkungen ausfallen, hängt laut BfN auch von Standort, Ausgestaltung und Pflege ab. Deshalb sollte die Zaunlinie früh mit vorhandenen Tierwegen, angrenzenden Lebensräumen und geplanten Ausgleichsmaßnahmen abgeglichen werden. Eine pauschale Zaunhöhe oder ein einzelner Durchlass ersetzt diese Standortprüfung nicht. [BfN: Freiflächen-Solaranlagen](https://www.bfn.de/freiflaechen-solaranlagen-pv-ffa), [BfN: Solarparks und Biodiversität](https://www.bfn.de/haeufig-gefragt-solarparks-und-biodiversitaet).
Kleine Tiere: Durchlass am unteren Zaunrand
Für kleinere Tiere kann ein Abstand zwischen Zaununterkante und Boden den Weg unter der Einfriedung freihalten. Das BfN beschreibt für bestehende Anlagen Bodenabstände von etwa 15 bis 20 Zentimetern sowie spezielle Kleintierdurchlässe; als Beispiele nennt es Hasen und Igel. Für die Planung heißt das: Ein solches Maß ist ein Orientierungswert aus der BfN-Darstellung, kein Versprechen, dass jede Art und jeder Standort damit ausreichend erschlossen ist. Geländeunebenheiten, Böschungen oder späterer Bodenauftrag können die Öffnung stellenweise schließen. Prüfen Sie darum die Durchgängigkeit entlang des Zauns im Gelände und vermeiden Sie unbeabsichtigte Sperren an Toren, Entwässerungsrinnen und Sockeln. [BfN: Solarparks und Biodiversität](https://www.bfn.de/haeufig-gefragt-solarparks-und-biodiversitaet).
Großsäuger benötigen mehr als einen kleinen Schlupf
Ein Durchlass für kleine Tiere ist kein Ersatz für eine Verbindung, die auch von Rehen oder Wildschweinen genutzt werden kann. Das BfN weist darauf hin, dass Querungsmöglichkeiten für solche Großsäuger noch kein Standard sind. Für Wildtierkorridore nennt es eine Breite von mehr als 50 Metern. Ein konkretes Planungsbeispiel: Bei einem ausgedehnten Solarpark kann geprüft werden, ob die Einzäunung in Teilfeldern statt als durchgehender Block verläuft und ein ausreichend breiter Korridor entlang eines bekannten Wechselbereichs frei bleibt. Die tatsächliche Lage und Gestaltung sollte an örtliche Gegebenheiten angepasst werden; die genannte Breite ist eine Empfehlung des BfN, keine pauschale Garantie für die Nutzung. [BfN: Solarparks und Biodiversität](https://www.bfn.de/haeufig-gefragt-solarparks-und-biodiversitaet).
Sicherheit mit gezielten Öffnungen abstimmen
Sicherheit und Durchlässigkeit müssen gemeinsam entworfen werden. Statt den gesamten Zaun ohne Unterbrechung gleich auszuführen, lassen sich an geeigneten Stellen tiergerechte Öffnungen und Korridore vorsehen, während besonders sensible technische Bereiche getrennt geschützt werden. Das ist eine Planungsabwägung, keine allgemeine Vorgabe: Betreiber sollten betriebliche Schutzanforderungen, Zugänge für Wartung und Rettung sowie naturschutzfachliche Anforderungen mit den zuständigen Stellen abstimmen. Wichtig ist, dass die Lösung nicht nur auf dem Plan funktioniert. Prüfen Sie vor Abnahme, ob die vorgesehenen Öffnungen tatsächlich bodennah erreichbar sind und ob Toranlagen oder nachträgliche Sicherungen den Durchgang wieder verschließen. Die Barrierewirkung der Einzäunung für kleine und große Säuger ist ein vom BfN benannter möglicher Effekt. [BfN: Freiflächen-Solaranlagen](https://www.bfn.de/freiflaechen-solaranlagen-pv-ffa).
Pflege und Kontrolle gehören zum Zaunkonzept
Ein einmal eingerichteter Korridor bleibt nicht automatisch durchlässig. Das BfN hält die Sicherung der Funktionsfähigkeit durch entsprechende Pflege während des Anlagenbetriebs für erforderlich. Für den Betreiber bietet sich deshalb ein einfacher Kontrollrhythmus an: Öffnungen nach Bauarbeiten und Bodenbewegungen kontrollieren, Bewuchs und Ablagerungen aus Durchlässen entfernen, Schäden dokumentieren und Zuständigkeiten für Reparaturen festlegen. Das sind praktische Umsetzungsschritte, die aus der Pflegeempfehlung folgen; Umfang und Häufigkeit sollten an Standort und Genehmigungsauflagen angepasst werden. Werden Wege regelmäßig blockiert oder werden in der Fläche neue Wechsel beobachtet, sollte die Lösung mit Fachplanung und Behörden überprüft werden. [BfN: Solarparks und Biodiversität](https://www.bfn.de/haeufig-gefragt-solarparks-und-biodiversitaet).