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Montage bei Sandwichdächern: Befestigungsgrund und Herstellerfreigabe klären

08.10.2026

Bei Sandwichdächern muss vor der PV-Montage geklärt werden, ob das konkrete Paneel für das gewählte Befestigungssystem freigegeben ist und wohin die Lasten weitergeleitet werden. Eine Systemberechnung ersetzt nicht automatisch die Prüfung der tragenden Dachkonstruktion.

Erst klären, was tatsächlich trägt

Ein Sandwichdach ist nicht einfach ein dünnes Trapezblech mit Dämmung darunter. Fischer Profil beschreibt Sandwichelemente als Verbundbauteile und weist darauf hin, dass ihre PV-Befestigung in der Zulassung des Bauteils geregelt sein muss ([Fischer Profil](https://www.fischerprofil.de/de/produkte/fischertherm-carrier-D-k2)). Deshalb reicht die Bezeichnung „Sandwichdach“ bei der Planung nicht: Benötigt werden die genaue Paneelvariante und Angaben zur tragenden Unterkonstruktion. Zu unterscheiden ist außerdem, ob die Last in das Paneel, in dessen Oberschale oder über eine Befestigung bis zu Sparren beziehungsweise Pfetten geführt wird. Welche Lösung zulässig ist, ergibt sich nicht aus der Dachform allein. Eine Systemauslegung beantwortet dabei nicht automatisch jede Frage zur Dachstatik. In der Montageanleitung für sein System grenzt novotegra die eigene Berechnung ausdrücklich ab: Sie umfasst die Befestigung am Gebäude, aber nicht die Weiterleitung der Lasten innerhalb der Gebäudekonstruktion ([Montageanleitung, Version 4.2, Dezember 2021](https://www.novotegra.com/fileadmin/04_Downloads/Mounting_instruction/Corrugated_Sandwich_Roof/Clamping_System/montageanleitung-welleternit-sandwichdach-top-fix-novotegra_01.pdf)). Diese Prüfung ist daher separat und vor Ort zu veranlassen.

Freigabe gilt für die konkrete Kombination

Bei einem Sandwichpaneel müssen Dachhersteller und Montagesystem zusammenpassen. K2 nennt für das BasicRail-System ausdrücklich eine erforderliche Freigabe des Paneelherstellers ([K2 Systems](https://catalogue.k2-systems.com/de/montagesysteme/schraegdach-systeme/k2-basicrail-system/)). novotegra formuliert für die Direktbefestigung ähnlich: Sie sei grundsätzlich möglich, benötige aber die projektspezifische Zustimmung des Dachherstellers ([novotegra FAQ](https://www.novotegra.com/de/training-center/faq-bereich)). Das ist keine allgemeine Erlaubnis, auf beliebigen Sandwichplatten zu verschrauben. Ein konkretes Beispiel zeigt, wie eng eine Freigabe gefasst sein kann: Fischer Profil benennt für FischerTHERM Carrier D die direkte Anbindung von K2 BasicRail mit BasicClips und gewindeformenden Schrauben samt Zulassung Z-10.4-901. Diese Zulassung gilt für die bezeichnete Produkt- und Befestigungskombination; sie lässt sich nicht einfach auf ähnlich aussehende Paneele übertragen ([Fischer Profil](https://www.fischerprofil.de/de/produkte/fischertherm-carrier-D-k2)).

Befestigungsgrund und Lastweg im Plan festhalten

Vor der Beauftragung sollte die Planung den Befestigungsgrund eindeutig benennen: Wird direkt in der Dachhaut beziehungsweise im Paneel befestigt, oder liegt der eigentliche Lastabtrag auf Pfetten oder Sparren? Bei letzterer Variante muss die Position der tragenden Bauteile bekannt sein, damit Befestiger und Schienen zum tatsächlichen Untergrund passen. novotegra beschreibt für seine Sandwichdach-Anbindung Stockschrauben mit Standard-C-Schiene; das ist ein Systembeispiel und keine universelle Vorgabe für andere Hersteller ([FAQ](https://www.novotegra.com/de/training-center/faq-bereich)). Auch Details an der Befestigungsstelle sind systemabhängig. K2 nennt bei BasicRail eine ebene Auflagefläche um das Bohrloch von mindestens 20 mm Durchmesser. Diese Angabe gehört zur technischen Voraussetzung dieses Systems, nicht zu einer allgemeinen Bemessungsregel für sämtliche Paneele ([K2 Systems](https://catalogue.k2-systems.com/de/montagesysteme/schraegdach-systeme/k2-basicrail-system/)). Die Montageplanung muss darüber hinaus die jeweils vorgegebenen Befestigungsabstände und -zahlen abbilden. novotegra verlangt dafür eine individuelle statische Berechnung pro Projekt und die Umsetzung der dabei ermittelten Werte ([Montageanleitung](https://www.novotegra.com/fileadmin/04_Downloads/Mounting_instruction/Corrugated_Sandwich_Roof/Clamping_System/montageanleitung-welleternit-sandwichdach-top-fix-novotegra_01.pdf)).

Welche Unterlagen vor der Montage zusammengehören

Für eine belastbare Dachfreigabe sollten Projektbeteiligte die Unterlagen als Paket abgleichen: Produktbezeichnung und Zulassungsstand des vorhandenen Paneels, schriftliche Zustimmung für die geplante Befestigungsart, eindeutige Benennung von Schiene, Halter und Schrauben sowie die projektbezogene Systemberechnung. Ergänzend braucht es eine Prüfung der Tragfähigkeit des Gebäudes und des Lastwegs bis in die tragenden Bauteile. Das folgt aus der Aufteilung zwischen Bauteilzulassung und Montagesystemberechnung, die Fischer Profil und novotegra beschreiben ([Fischer Profil](https://www.fischerprofil.de/de/produkte/fischertherm-carrier-D-k2), [novotegra Montageanleitung](https://www.novotegra.com/fileadmin/04_Downloads/Mounting_instruction/Corrugated_Sandwich_Roof/Clamping_System/montageanleitung-welleternit-sandwichdach-top-fix-novotegra_01.pdf)). Fehlt die Elementidentifikation oder bezieht sich eine Freigabe nur auf eine andere Systemkombination, ist die Befestigung nicht durch eine allgemeine Produktbroschüre abgedeckt. Dann sollte vor der Montage der Dachhersteller mit konkreten Angaben zu Paneel, Befestigung und PV-System befragt werden. Erst wenn Befestigungsgrund, Freigabe und statischer Nachweis dieselbe geplante Ausführung beschreiben, lässt sich eine nachvollziehbare Grundlage für die Solarmontage schaffen.

Quellen

  1. K2 Systems
  2. novotegra
  3. Fischer Profil GmbH
  4. novotegra