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Solarüberschuss für die Wärmepumpe: Temperaturhub und Effizienz abwägen

09.10.2026

Eine höhere Solltemperatur kann PV-Überschuss in Wärme verschieben, kostet aber Effizienz. Messdaten des Fraunhofer ISE zeigen, warum die Regelung zeitlich und anlagenspezifisch begrenzt werden sollte.

Warum ein höherer Sollwert mehr Strom verbrauchen kann

Wenn mittags mehr PV-Strom anfällt als Haushalt und Wärmepumpe gerade benötigen, liegt es nahe, einen Teil davon als Wärme im Haus oder Heizwasser zu speichern. Das Fraunhofer ISE nennt die Anhebung von Solltemperaturen bei PV-Überschuss ausdrücklich als klassischen Weg, den Eigenverbrauch zu erhöhen. Die angehobene Heizungs-Solltemperatur wirkt sich jedoch auf die Vorlauftemperatur aus: Das ist die Temperatur des Wassers, das zu Heizkörpern oder Flächenheizungen fließt. Niedrige Vorlauftemperaturen begünstigen einen effizienten Betrieb. Wer für eine kurze Solarphase mehr Wärme anfordert, sollte deshalb den Eigenverbrauch nicht als einzigen Erfolgsmaßstab betrachten. [Fraunhofer ISE](https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/waermepumpen-heizen-auch-im-altbau-klimafreundlich-forschungsprojekt-des-fraunhofer-ise-abgeschlossen.html), [Verbraucherzentrale](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/waermepumpe-im-eigenheim-welche-voraussetzungen-muss-mein-haus-erfuellen-113948)

Was die Messung zeigt

Eine Fraunhofer-ISE-Auswertung einer PV-, Speicher- und Wärmepumpen-Regelung beziffert den Zielkonflikt: Bei anliegender PV-Leistung sank die Jahresarbeitszahl im Raumheizmodus um 4,0 Prozent und im Warmwassermodus um 5,7 Prozent. Das sind Ergebnisse der untersuchten Regelung, keine allgemeinen Abschläge für jede Anlage oder jede Sollwertänderung. Der konkrete Effekt hängt vom System und den Betriebsbedingungen ab; entscheidend ist, was die zusätzlich erzeugte Wärme später ersetzt und mit welchem Stromverbrauch sie bereitgestellt wurde. Deshalb sollte man aus dem Messwert keine pauschale Prozentzahl oder feste Gradzahl für die eigene Wärmepumpe ableiten. [Fraunhofer ISE: Messauswertung](https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/highlight-artikel/q1-2025.html)

Eine Regelstrategie in kleinen, prüfbaren Schritten

Praktisch ist eine zeitlich begrenzte Freigabe statt einer dauerhaft höheren Heizkurve: Die Regelung kann einen PV-Überschuss erkennen und einen moderaten Sollwertaufschlag nur für ein verfügbares Wärmebedarfsfenster zulassen. Sobald der Überschuss endet oder der Speicher- beziehungsweise Raumwärmebedarf gedeckt ist, sollte die normale Einstellung wieder gelten. Als Beispiel: Eine Anlage, die am sonnigen Mittag sonst ins Netz einspeisen würde, könnte die Wärmebereitstellung etwas vorziehen, statt den Sollwert für den Abend und die Nacht pauschal anzuheben. Das ist eine Regelidee, kein universeller Einstellwert: Höhe, Zeitfenster und Rückkehr zum Normalbetrieb müssen mit der konkreten Regelung, den Heizflächen und dem Komfort abgestimmt werden. Die ISE-Messung belegt die Solltemperaturanhebung als Strategie, liefert aber keine pauschale Empfehlung für eine bestimmte Gradzahl. [Fraunhofer ISE](https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/waermepumpen-heizen-auch-im-altbau-klimafreundlich-forschungsprojekt-des-fraunhofer-ise-abgeschlossen.html)

Eigenverbrauch nicht mit Effizienz verwechseln

Ein höherer Anteil selbst genutzten Solarstroms kann attraktiv sein; die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom jedoch je nach Betriebspunkt unterschiedlich viel Wärme. Deshalb gehören mindestens drei Beobachtungen zusammen: PV-Überschuss und Netzbezug, tatsächliche Wärmemenge sowie Stromaufnahme der Wärmepumpe. Wenn ein Energiemanagement nur die selbst verbrauchten Kilowattstunden optimiert, kann es die Effizienzverluste des zusätzlichen Temperaturhubs ausblenden. Sinnvoll ist, die Werte über mehrere vergleichbare sonnige Tage zu beobachten und die Regelung danach gegebenenfalls nachzujustieren. Die Fraunhofer-Messung zeigt konkret, dass Eigenverbrauchsoptimierung und Jahresarbeitszahl nicht automatisch in dieselbe Richtung laufen. [Fraunhofer ISE](https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/highlight-artikel/q1-2025.html), [Verbraucherzentrale](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/waermepumpe-im-eigenheim-welche-voraussetzungen-muss-mein-haus-erfuellen-113948)

Fazit: Überschuss nutzen, aber nicht um jeden Preis

Solarüberschuss gezielt in Wärme umzuwandeln kann den Eigenverbrauch erhöhen. Die Kehrseite ist ein messbarer Effizienzrückgang in der untersuchten Regelung, während niedrige Vorlauftemperaturen grundsätzlich günstig für die Wärmepumpe sind. Eine robuste Regelstrategie hebt Sollwerte deshalb nur bei tatsächlichem Überschuss und geeignetem Wärmebedarf an, hält den Eingriff begrenzt und prüft anschließend sowohl Strom- als auch Wärmemengen. Welche Einstellung sich lohnt, hängt vom Haus, den Heizflächen und den Rahmenbedingungen des Strombezugs ab – nicht allein von der PV-Leistung. [Fraunhofer ISE](https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/waermepumpen-heizen-auch-im-altbau-klimafreundlich-forschungsprojekt-des-fraunhofer-ise-abgeschlossen.html), [Verbraucherzentrale](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/waermepumpe-im-eigenheim-welche-voraussetzungen-muss-mein-haus-erfuellen-113948)

Quellen

  1. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
  2. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
  3. Verbraucherzentrale