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Steildachmontage sicher planen: Zugang und Absturzschutz

08.10.2026

Bei PV-Arbeiten am Dach sollten Arbeitsumfang, Häufigkeit und Wetterfenster in die Planung des Absturzschutzes einfließen.

Nicht erst am Dachrand entscheiden

Bei einer Steildachmontage wird Sicherheit leicht auf die Wahl eines Seitenschutzes oder eines Anschlagpunkts verkürzt. Für einen praktikablen Ablauf müssen aber auch der Weg der Beschäftigten zum Dach, die Route über die Dachfläche und der Umgang mit Material mitgedacht werden. Die DGUV führt Arbeitsintensität und Häufigkeit als Planungsaspekte für Absturzschutz auf Dächern auf. Daraus lässt sich eine nützliche Vorarbeit ableiten: Erfassen Sie vor der Systemwahl, wie groß der Arbeitsbereich ist, wie lange die Montage voraussichtlich dauert und welche Wege dafür benötigt werden. (Quelle: [DGUV](https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/2952/schutzmassnahmen-gegen-absturz-auf-daechern-planungsgrundlagen-zur-auswahl-von-absturzschutzsystemen).) Diese Vorprüfung ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch statische Prüfung. Sie macht jedoch sichtbar, welche Fragen vor dem Baustart mit den zuständigen Fachleuten zu klären sind: Wo endet der sichere Zugang? Wie wird die Schutzmaßnahme selbst montiert? Welche Bereiche sind währenddessen noch nicht geschützt?

Seitenschutz und tragfähigen Untergrund zusammen betrachten

Bei temporären Seitenschutzsystemen, deren Ständer im Traufbereich auf einer Dachrinne aufliegen, darf die Rinne nicht automatisch als tragfähiger Befestigungspunkt vorausgesetzt werden. Die BG BAU weist darauf hin, dass ihre Tragfähigkeit nicht ohne Weiteres bekannt ist. Lassen Sie deshalb anhand der vorgesehenen Montage und der Herstellerangaben klären, welche Bauteile die Kräfte aufnehmen und ob zusätzliche Bauteile zur Lastableitung notwendig sind. (Quelle: [BG BAU](https://bauportal.bgbau.de/bauportal-22025/hochbau/sicherheit-bei-der-montage-von-photovoltaikanlagen-auf-steildaechern).) Die BG BAU ordnet Systeme der Klasse C typischerweise Dachneigungen von 30 bis 60 Grad zu. Das ist eine Einordnung, keine pauschale Freigabe für jedes Dach oder jedes Produkt. Dachneigung, Untergrund, vorgesehene Befestigung und Gebrauchsanleitung müssen gemeinsam betrachtet werden. Bleibt die Tragfähigkeit ungeklärt, sollte die Montage nicht durch Improvisation fortgesetzt werden; erforderlich ist eine andere fachlich abgesicherte Lösung.

Zugang und Montageablauf gemeinsam skizzieren

Die BG BAU nennt Treppen oder Gerüste als mögliche Dachzugänge. (Quelle: [BG BAU](https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/absturz/solaranlagen).) Wählen Sie den Zugang nicht isoliert vom Schutzsystem: Der Ausstieg sollte zur vorgesehenen Arbeitsroute passen, und die Montage des Seitenschutzes muss selbst sicher ausführbar sein. Eine einfache Baustellenskizze hilft. Markieren Sie Abladeplatz, Zugang, Bewegungsweg auf dem Dach, Montagezonen und Bereiche, die nicht betreten werden sollen. Beispiel: Wenn Beschäftigte über einen Gerüsttreppenturm aufsteigen, sollte klar sein, wie sie von dort zum Arbeitsbereich gelangen, ohne eine ungesicherte Kante zu queren. Das ist ein Planungsbeispiel, keine pauschale Vorgabe; örtliche Bedingungen und konkrete Schutzmaßnahmen sind vor Ort zu prüfen. Materialtransport gehört ebenfalls in diese Skizze. Legen Sie fest, wo schwere Teile angeliefert und bereitgestellt werden, damit sie nicht erst auf dem Dach unkoordiniert weitergereicht werden müssen.

Wetterfenster und geeignetes Arbeitsmittel einplanen

Die DGUV nennt die Abhängigkeit von Tageszeit und Witterung als Planungsaspekt. (Quelle: [DGUV](https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/2952/schutzmassnahmen-gegen-absturz-auf-daechern-planungsgrundlagen-zur-auswahl-von-absturzschutzsystemen).) Legen Sie daher einen Ablauf mit Zeitpuffern und klaren Unterbrechungspunkten fest. Bei einer Verzögerung sollte neu beurteilt werden, ob Zugang, Arbeitsbereich und Schutzmaßnahmen für die veränderten Bedingungen noch passen. Für die Montage temporärer Seitenschutzsysteme rät die BG BAU davon ab, Leitern zu verwenden. (Quelle: [BG BAU](https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/absturz/solaranlagen).) Prüfen Sie daher früh, welches sichere Arbeitsmittel und welcher Zugang tatsächlich für die Installation bereitstehen. Vor der Freigabe sollte die verantwortliche Leitung bestätigen, wer die Schutzmaßnahme montiert, wer sie prüft und wie bei einer Planänderung vorzugehen ist. Als kurze Schlusskontrolle eignen sich vier Fragen: Ist die Befestigung fachlich geklärt? Gibt es einen sicheren Zugang? Ist der Montageweg der Schutzmaßnahme berücksichtigt? Sind Arbeitsumfang, Wetterfenster und Zuständigkeiten abgestimmt? Diese Checkliste strukturiert die Vorbereitung, ersetzt aber nicht die konkrete Gefährdungsbeurteilung oder die Prüfung des gewählten Systems.

Quellen

  1. BG BAU, Bauportal
  2. BG BAU
  3. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)