SolarbefundRatgeberRechner

Welche Unterlagen Einsteiger vor dem ersten Solartermin sammeln sollten

08.10.2026

Für den ersten Solartermin brauchen Sie meist keinen fertigen Bauplan. Mit Stromverbrauchsdaten sowie Angaben und Bildern zum Dach kann der Fachbetrieb gezielter beraten. Klären Sie außerdem, wer Eigentümer oder Ansprechpartner ist, und fragen Sie vorab nach benötigten Netzanschlussinformationen.

Eine kleine Mappe statt eines fertigen Projekts

Für das erste Gespräch müssen Sie nicht schon die Anlage dimensioniert oder einen vollständigen Dachplan gezeichnet haben. Ziel ist, dem Fachbetrieb ein brauchbares Bild von Haus, Dach und Nutzung zu geben. Legen Sie digital oder auf Papier eine Mappe mit den vorhandenen Informationen an; fehlende Details kann der Betrieb beim Vor-Ort-Termin prüfen. Der Bundesverband Solarwirtschaft empfiehlt, mehrere Angebote zu vergleichen und einen Vor-Ort-Termin zu vereinbaren ([Bundesverband Solarwirtschaft](https://www.solarwirtschaft.de/fuer-verbraucher/technikberatung/)).

Stromrechnung: Verbrauch statt Bauchgefühl

Nehmen Sie die letzte Jahresabrechnung mit, möglichst auch eine ältere, falls sich Haushaltsgröße oder Nutzung verändert hat. Markieren Sie den Jahresverbrauch in Kilowattstunden und notieren Sie, ob größere Änderungen anstehen – etwa ein E-Auto, eine Wärmepumpe oder ein zusätzlicher Haushalt. Das sind Gesprächsnotizen, keine verbindlichen Zusagen. Die Verbraucherzentrale führt den Haushaltsstromverbrauch als wichtigen Planungsfaktor auf ([Verbraucherzentrale](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-was-bei-der-planung-einer-solaranlage-wichtig-ist-5574)). Eine Jahreszahl ist ein guter Start; wenn Sie bereits ein Verbrauchsdiagramm aus dem Kundenportal haben, bringen Sie es ergänzend mit, aber beschaffen Sie keines eigens für den Termin.

Dachplan: Skizze und Fotos reichen als Einstieg

Suchen Sie einen vorhandenen Grundriss, Lageplan oder Dachplan heraus. Fehlt er, zeichnen Sie eine grobe Skizze: Dachseiten, Gauben, Schornstein, Dachfenster und auffällige Hindernisse eintragen, Himmelsrichtung ergänzen und – soweit bekannt – Maße notieren. Fotos aus sicherer Entfernung helfen, die Flächen und Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude zu zeigen. Nicht aufs Dach steigen: Für den ersten Überblick genügt eine sichere Aufnahme vom Boden. Der BSW nennt Dachfläche, Ausrichtung, Dachbeschaffenheit, Höhe und Zugänglichkeit als nützliche Angaben; die Verbraucherzentrale verweist auf Schattenfreiheit und den Zustand der Dachdeckung (siehe die oben verlinkten Hinweise).

Haus, Dachzustand und Ansprechpartner notieren

Schreiben Sie auf, was Sie über das Dach wissen: ungefähres Alter der Eindeckung, bekannte Reparaturen oder eine geplante Sanierung. Halten Sie auch fest, ob Gerüstzugang möglich erscheint und wo ein Speicher grundsätzlich stehen könnte. Das sind keine technischen Gutachten, sondern offene Punkte für die Besichtigung. Ist das Haus nicht allein Ihr Eigentum, klären Sie vor dem Termin, wer Entscheidungen mittragen muss und wer als Kontaktperson dabei sein kann. Bei Unsicherheit über den Dachzustand sollte die fachliche Prüfung Vorrang vor einer eigenen Einschätzung haben.

Was tun mit Zähler- und Netzunterlagen?

Wenn vorhanden, legen Sie ein Foto oder eine Notiz zum Stromzähler und zum Zählerschrank bei; ergänzen Sie Namen des Stromlieferanten oder Netzbetreibers nur, wenn Sie sie ohnehin griffbereit haben. Diese Unterlagen sind eine praktische Hilfe für Rückfragen, aber keine allgemeine Pflichtliste. Für ein Netzanschlussbegehren werden Informationen zur Prüfung der Netzverträglichkeit und zur Ermittlung des Netzverknüpfungspunkts gebraucht. Welche Angaben konkret nötig sind, teilt der jeweilige Netzbetreiber mit; häufig erledigt ein Fachunternehmen das Anschlussbegehren für Kundinnen und Kunden ([Bundesnetzagentur](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/Netzanschluss/start.html)).

Zum Gespräch mitnehmen – und vorab fragen

Praktische Checkliste: aktuelle Stromrechnung; grobe Angaben zu künftigem Verbrauch; vorhandene Dach- oder Gebäudepläne; Fotos und Skizze; bekannte Informationen zu Dachzustand und Zugang; offene Fragen zu Speicher, Zähler und Ablauf. Schicken Sie sensible Dokumente nicht ungefragt per E-Mail, sondern fragen Sie den Betrieb, welche Unterlagen er vorab benötigt und wie sie sicher übermittelt werden sollen. Es gibt keine aus den genannten Quellen ableitbare einheitliche Dokumentenliste für jede Erstberatung. Der Termin soll zunächst klären, was vor Ort noch aufgenommen werden muss und welche Daten ein konkretes Angebot belastbar machen.

Quellen

  1. Bundesverband Solarwirtschaft
  2. Verbraucherzentrale
  3. Bundesnetzagentur