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USV-Nachladung nach langem Ausfall: Diese Last fehlt oft im Ersatzstromplan

16.10.2026

Nach einem langen Netzausfall kann das Wiederaufladen der Batterie die Ersatzstromversorgung zusätzlich beanspruchen. Planen Sie Verbraucher und mögliche Ladeaufnahme getrennt – mit den Grenzen des konkreten Wechselrichters und der Batterie.

Warum das Nachladen eine eigene Lastposition ist

Ein Ersatzstromplan wird oft zuerst von den Geräten bestimmt, die während des Ausfalls weiterlaufen sollen: Kühlgerät, Heizung, Router, Licht oder Pumpen. Nach einer langen Unterbrechung kommt eine zweite Frage hinzu: Was passiert, wenn das Speichersystem wieder Energie aufnehmen kann? Die Batterieladung ist dann keine weitere Steckdosenlast im üblichen Sinn, aber sie beansprucht Leistung auf der Lade-Seite des Systems und verändert die verfügbare Leistungsbilanz. SMA beschreibt das Ersatzstromnetz als getrennt vom öffentlichen Netz und die Energieverteilung darin als Aufgabe des Batterie- oder Hybrid-Wechselrichters. Für ein dort beschriebenes System hängt das Nachladeverhalten zudem vom Betriebszustand ab: Im Tiefenentladeschutzbereich ist Netzladen nur „wenn möglich“ genannt, im netzfernen Betrieb wird PV-Ladung beschrieben. Das ist kein Versprechen, dass jedes Gerät nach jedem Ausfall sofort oder mit derselben Leistung lädt.

Datenblattwerte nicht vermischen

Für die Planung gehören mindestens drei Angaben in getrennte Spalten: die gleichzeitige Verbraucherleistung, die zulässige Ausgangsleistung im Ersatzstrombetrieb und die mögliche Batterieladeleistung. Eine AC-Dauerstromgrenze des Backups ist nicht automatisch identisch mit der maximalen DC-Ladeleistung. Ebenso bezieht sich ein Ladeleistungswert auf die Batterieseite und darf nicht ohne weitere Herstellerangaben als exakt gleich große zusätzliche AC-Eingangsleistung angesetzt werden. Ein konkretes Beispiel zeigt, warum Modell- und Batteriekombination zählen: Für bestimmte Sunny Tripower Smart Energy Geräte nennt SMA im Ersatzstrombetrieb modellabhängige maximale DC-Ladeleistungen von 7,5 bis 10,6 kW und maximal 30 A Ladestrom. Das sind DC-Angaben für die bezeichneten Gerätefamilien, keine allgemeine Ladeaufnahme aller Solar-USV-Systeme. Für den genannten Bedarf ist zusätzlich zu prüfen, ob die verwendete Batterie freigegeben ist und welche ihrer eigenen Ladegrenzen gelten.

Spitzen gleichzeitig betrachten

Die relevante Planungsfrage lautet nicht nur: Welche Geräte laufen nacheinander? Entscheidend ist die Gleichzeitigkeit. Addieren Sie für das gewählte Szenario die Verbraucher, die im Ersatzstrombetrieb realistisch zugleich eingeschaltet sein können, und betrachten Sie eine mögliche Ladung als zusätzlichen Leistungsbedarf, sofern sie laut Geräteverhalten in diesem Zustand stattfinden kann. Prüfen Sie auch Anlauf- oder kurzzeitige Lastspitzen separat anhand der Herstellergrenzen; SMA weist für Sunny Island ausdrücklich auf technische Grenzen und eine dafür ausreichend ausgelegte DC-Verkabelung hin. Ein frei gewähltes Szenario kann die Methode verdeutlichen: Wenn Verbraucher zusammen 1,2 kW beanspruchen und eine angenommene Ladeleistung von 1,0 kW gleichzeitig verfügbar wäre, läge die betrachtete Summe bei 2,2 kW. Das ist nur eine Rechenannahme, keine Geräteprognose oder Freigabe. Der reale Wert muss aus den passenden AC- und DC-Daten sowie der Systemkonfiguration abgeleitet werden.

Ladebegrenzung nur belegt ansetzen

Ob sich die Ladung im konkreten System begrenzen lässt, ist eine modell- und konfigurationsabhängige Frage. Die hier geprüften SMA-Unterlagen enthalten für die benannten Systeme Ladezustandsbereiche beziehungsweise maximale DC-Werte; daraus folgt keine allgemeine Zusage, dass ein Nutzer den Ladestrom im Ersatzstrombetrieb frei einstellen kann. Ein maximal zulässiger Wert ist zudem eine Obergrenze, nicht zwingend die Leistung, mit der das System nach einer Entladung tatsächlich lädt. Vor einer Planänderung sind daher die Anleitung des exakten Wechselrichtermodells, die Freigabe- und Grenzwerte der Batterie sowie die Parametrierung durch die zuständige Fachkraft abzugleichen. Eine nicht dokumentierte Begrenzung sollte weder in der Lastbilanz als sicher verfügbarer Spielraum noch als eigenmächtige Einstellmöglichkeit behandelt werden.

Prüfliste für den Ersatzstromplan

Halten Sie für die Prüfung fest: Welche Verbraucher sind im Ersatzstromkreis? Welche laufen möglicherweise gleichzeitig? Welche Dauer- und kurzzeitigen Grenzen gelten für den Wechselrichter im Backup-Betrieb? Kann der konkrete Aufbau im Inselbetrieb laden, und aus welcher Quelle? Welche maximale Ladeleistung ist für genau die Kombination aus Wechselrichter und zugelassener Batterie angegeben? Gibt es eine dokumentierte, freigegebene Ladestrombegrenzung? Wenn ein Herstellerwert fehlt, bleibt die Ladeaufnahme offen, statt sie aus der Nennleistung der Verbraucher oder einem pauschalen Sicherheitsfaktor abzuleiten. Die USV im engeren Sinn ist außerdem nicht automatisch mit einer Haus-Ersatzstromfunktion gleichzusetzen: Entscheidend ist, was die jeweilige Anleitung für Umschaltung, Lasten und Batterieladen tatsächlich zusagt.

Quellen

  1. SMA Solar Technology AG
  2. SMA Solar Technology AG
  3. SMA Solar Technology AG
  4. SMA Solar Technology AG
  5. SMA Solar Technology AG