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Wärmepumpe im Ersatzstrombetrieb: Anlaufleistung und Freigabe prüfen

09.10.2026

Solarwatt weist darauf hin, dass im Netzersatzbetrieb die verfügbare Leistung an die Datenblattangabe gebunden bleibt. Für die Wärmepumpe sollte daher die konkrete Start- und Steuerungskompatibilität geprüft werden.

Die Kilowattzahl im Datenblatt ist nur der Anfang

Eine Wärmepumpe kann im Netzbetrieb problemlos laufen und im Ersatzstrom trotzdem ausfallen. Der Inselwechselrichter muss die momentane Last tragen, während er durch seine eigene Nennleistung und die verfügbare Batterieleistung begrenzt ist. Fronius nennt für die beschriebene Full-Backup-Auslegung eine Obergrenze: Die Gesamtlast der Notstromkreise darf die Wechselrichter-Nennleistung nicht übersteigen. [Fronius Bedienungsanleitung](https://manuals.fronius.com/html/4204260302/de.html). Darum reicht es nicht, nur auf die elektrische Aufnahme des Verdichters zu schauen. Welche Stromkreise in der Ersatzstromversorgung liegen und welche anderen Lasten gleichzeitig daran hängen, gehört zur konkreten Prüfung. Eine planerische Höchstgrenze ist keine Garantie, dass ein beliebiger Verbraucher in jeder Situation startet.

Anlaufleistung separat prüfen

Die laufende Leistungsaufnahme sagt nicht allein aus, ob der Verdichter nach einer Unterbrechung wieder starten kann. Beim Start kann kurzzeitig ein höherer Strom erforderlich sein. Fronius hält fest, dass für den Start-/Anlaufstrom der Maximalstrom des Wechselrichters zur Verfügung steht. [Fronius Bedienungsanleitung](https://manuals.fronius.com/html/4204260302/de.html). Fachbetrieb und Speicherplaner sollten deshalb die Daten zur Wärmepumpe mit den zulässigen Dauer- und Spitzenwerten von Wechselrichter und Batterie abgleichen. Relevant sind außerdem die übrigen Verbraucher, die zum selben Zeitpunkt am Ersatzstromkreis hängen. Ein sinnvoller Prüfauftrag besteht aus zwei getrennten Fragen: Reicht die verfügbare Leistung im normalen Betrieb, und kann der Wechselrichter die Wärmepumpe im vorgesehenen Startfall versorgen? Dazu gehören Herstellerangaben zum Verdichter und gegebenenfalls zur Zusatzheizung. Pauschale Anlaufstrom-Faustzahlen ersetzen diesen Abgleich nicht. Wenn Datenblätter keine belastbare Aussage erlauben, sollte der Fachbetrieb die konkrete Kompatibilität klären, statt aus der Nennleistung eine sichere Startfähigkeit abzuleiten.

Ersatzstrom-Leistung bleibt begrenzt

Die SOLARWATT-Planung beschreibt den Netzersatzbetrieb als durch die Datenblattangabe des Wechselrichters begrenzt. [Solarwatt-Planung](https://www.solarwatt.de/betriebsanleitungen/solarwatt-battery-vision/planung/inverter-vision-one-3-phasiges-netz). Die Quelle nennt die Wärmepumpe zudem als möglichen größeren Verbraucher, der eine Leistungsbegrenzung durchbrechen kann. Das ist keine pauschale Aussage über jede Anlage, sondern macht die konkrete Geräte- und Verschaltungskombination zum Prüfgegenstand. Je nach Auslegung kann es sinnvoll sein, die Wärmepumpe außerhalb der Ersatzstromkreise zu belassen und andere priorisierte Stromkreise weiter zu versorgen. Lassen Sie für die Planung ausdrücklich benennen, ob die Wärmepumpe ganz oder nur teilweise – etwa Regelung statt Verdichter – versorgt werden soll. Welche Lösung technisch möglich ist, hängt von den Anschlussdaten und der Auslegung des konkreten Systems ab; eine pauschale Zusage lässt sich aus der Bezeichnung „Ersatzstrom“ nicht ableiten.

Freigabe ist eine Steuerfunktion

Neben dem Leistungspfad gibt es den Steuerpfad. Für die Ansteuerung einer Wärmepumpe mit dem Fronius Ohmpilot ist ein Steuereingang nötig; als Beispiele nennt die Anleitung SG Ready oder Netzbetreiber-Freigabe. [Fronius Ohmpilot Bedienungsanleitung](https://manuals.fronius.com/html/4204260538/de.html). Das beschreibt eine Voraussetzung für die Steuerung, nicht den Nachweis ausreichender elektrischer Leistung im Ersatzstrombetrieb. Umgekehrt beweist eine passende elektrische Auslegung nicht, dass die Steuerung im Inselbetrieb den gewünschten Betriebszustand freigibt. Bitten Sie den Installationsbetrieb, im Schaltplan beide Ebenen zu benennen: Welche Leitung versorgt Verdichter, Regelung und gegebenenfalls Zusatzheizung? Welche Kontakte oder Signale geben den Betrieb frei oder begrenzen ihn? Die konkrete Belegung und Kompatibilität ist anhand der Anleitungen beider Geräte zu klären. Ein SG-Ready-Anschluss sollte nicht ohne Prüfung als allgemeiner Ersatzstrom- oder Startschalter interpretiert werden.

Was beim Planungsgespräch auf den Tisch gehört

Sammeln Sie Typ und Anschlussdaten der Wärmepumpe, Angaben zu Verdichter und Zusatzheizung sowie Wechselrichter- und Batteriemodell. Der Fachbetrieb sollte außerdem feststellen, ob der Wärmepumpenstromkreis tatsächlich im Ersatzstrombereich liegt, welche weiteren Lasten gleichzeitig versorgt werden und wie die Umschaltung mit den Steuerkontakten zusammenspielt. Ein hilfreiches Ergebnis ist keine pauschale Zusage „Wärmepumpe geht“, sondern eine dokumentierte Aussage zu den Betriebsbedingungen: Startet der Verdichter? Bleibt die Zusatzheizung außen vor? Welche anderen Verbraucher dürfen parallel eingeschaltet sein? Falls die Kombination die Leistungsgrenze des Wechselrichters oder der Batterie überschreitet, kann eine gezielte Trennung vom Ersatzstromkreis erwogen werden. Die Machbarkeit muss der Installationsbetrieb anhand der Herstellerunterlagen und der konkreten Verschaltung feststellen.

Quellen

  1. Fronius International GmbH
  2. SOLARWATT GmbH
  3. Fronius International GmbH