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Zwei Elektroautos mit Solarstrom laden: Überschuss fair und bedarfsgerecht verteilen

09.10.2026

Wer zwei E-Autos mit einer PV-Anlage lädt, sollte zuerst den tatsächlichen Überschuss und die Ladegrenzen der Fahrzeuge berücksichtigen. Ein dynamisches Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung; eine faire Reihenfolge braucht zusätzlich eine klare Regel nach Abfahrtszeit, benötigter Energiemenge oder Ausgleich über mehrere Tage.

Erst den Überschuss, dann die Verteilregel festlegen

Zwei Autos an einer PV-Anlage bedeuten nicht, dass die jeweils angezeigte Solarleistung einfach halbiert werden kann. Relevant ist die Leistung, die nach dem momentanen Hausverbrauch zum Laden übrig bleibt. Bei direktem Solarüberschussladen gelten zudem technische Mindestwerte: Der ADAC nennt für einphasiges Laden rund 1,4 kW und für dreiphasiges Laden mindestens 4,2 kW. Was ein einzelnes Auto tatsächlich akzeptiert, hängt auch von Fahrzeug und Ladeeinrichtung ab. ([ADAC: E-Auto mit eigenem Solarstrom laden](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/e-auto-solarstrom-laden/)) Beispiel: Das Energiemanagement meldet gerade 9 kW nutzbaren Überschuss. Wenn beide Fahrzeuge und ihre Ladepunkte die Leistung entsprechend annehmen können, könnte das System je 4,5 kW zuteilen. Fällt die Sonne ab und bleiben nur 3 kW, reicht eine hälftige Zuteilung möglicherweise nicht mehr, um bei beiden Fahrzeugen den Ladevorgang aufrechtzuerhalten. Dann kann es sinnvoller sein, ein Auto weiterzuladen und das zweite später zuzuschalten, statt beide ständig an ihrer Mindestschwelle ein- und auszuschalten. Das ist eine Steuerungsentscheidung, keine feste Vorgabe.

Lastmanagement schützt den Anschluss – es entscheidet nicht automatisch fair

Statisches Lastmanagement teilt eine zuvor begrenzte Gesamtleistung auf aktive Ladepunkte auf; dynamisches Lastmanagement bezieht den momentanen Verbrauch des Hauses ein und passt die verfügbare Ladeleistung an. Damit ist der Hausanschluss im Blick, wenn etwa Herd oder Wärmepumpe gleichzeitig Strom benötigen. Der ADAC unterscheidet beide Ansätze und empfiehlt eine fachkundige Prüfung der Anschlusskapazität. ([ADAC: Wallbox mit Lastmanagement](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/wallbox-lastmanagement/)) Eine Leistungsaufteilung allein beantwortet jedoch nicht, welches Auto Vorrang bekommen sollte. Manche Systeme teilen gleichmäßig, andere bieten Prioritäten oder Zeitpläne; die konkrete Funktion hängt von Energiemanagement und kompatiblen Wallboxen ab. Auch die technische Grundlage zählt: go-e beschreibt paralleles Laden mehrerer Fahrzeuge, sofern die Wallboxen einen statischen oder dynamischen Lastausgleich unterstützen. Das ist eine Herstellerbeschreibung, keine Garantie für jede beliebige Gerätekombination. ([go-e: Dynamisches Lastmanagement](https://go-e.com/de-de/magazin/wallbox-mit-dynamischem-lastmanagement))

Eine nachvollziehbare Priorität für den Alltag wählen

Für zwei Haushaltsautos ist eine einfache Regel oft robuster als der Versuch, jede Kilowattstunde exakt gleich aufzuteilen. Drei praktikable Modelle: - **Abfahrt zuerst:** Das Auto, das früher gebraucht wird, bekommt bis zu einem vereinbarten Zielstand Vorrang; danach übernimmt das zweite. - **Bedarf zuerst:** Das Fahrzeug mit dem größeren fehlenden Energiebedarf oder der längeren geplanten Strecke erhält vorübergehend mehr Leistung. Die Fahrer teilen den Bedarf etwa als gewünschte Nachladung bis zur nächsten Abfahrt mit. - **Ausgleich über Zeit:** Wenn beide meist über Nacht angeschlossen sind, wechseln Sie die Priorität tageweise oder gleichen die tatsächlich geladenen kWh über eine Woche aus. Diese Regeln sind Vorschläge zur Fairness, keine automatische Funktion aller Geräte. Entscheiden Sie vorab, ob „fair“ gleiche Ladezeit, gleiche Energiemenge oder das Erreichen der jeweils notwendigen Reichweite bedeutet. Bei stark unterschiedlichen Fahrprofilen ist die zuletzt genannte Zielgröße meist alltagstauglicher als starr gleiche Leistung.

Einstellungen prüfen und Grenzen offen einplanen

Notieren Sie zunächst, wann beide Fahrzeuge typischerweise zuhause sind, welche Mindestladeleistung die Kombination aus Auto und Wallbox benötigt und wie viel Überschuss nach dem Haushalt verfügbar bleibt. Prüfen Sie anschließend, ob Wechselrichter, Messung am Hausanschluss, Energiemanagement und beide Ladepunkte miteinander kommunizieren können. Ein Lastmanagement, das nur den Netzanschluss schützt, muss nicht automatisch PV-Überschuss oder eine Prioritätsregel steuern. Bewölkung, Wintertage und nicht angeschlossene Fahrzeuge begrenzen den Solarertrag, den Sie tatsächlich in die Autos bekommen. Wenn das Auto tagsüber nicht zuhause ist, lässt sich die Verteilung nicht durch eine clevere Regel ersetzen. Legen Sie deshalb auch fest, wann bei knappem Überschuss Netzstrom zugemischt werden darf oder wann ein Fahrzeug stattdessen später lädt. Für die Auslegung und Installation des gemeinsamen Systems sollte eine Elektrofachkraft Hausanschluss und Phasenverteilung prüfen; die Bedienanzeigen sollten zudem erkennen lassen, ob beide Ladevorgänge tatsächlich gestartet sind.

Quellen

  1. ADAC
  2. ADAC
  3. go-e